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Philipp Möhwald und DIHK-Präsident Prof. Dr. Hans Heinrich Driftman
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Tiefdruck: CCL Label Meerane GmbH in Sachsen
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Etiketten von der Rolle
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Blitzschnell durchläuft die dünne Folie die
Druckwerke der Anlage. In der lichten Werkhalle riecht
es nach Farbe und Lösungsmittel. Neben der
Schneidemaschine lagern fertige Rollen mit Etiketten.
Die Labels, die hier im Gewerbegebiet von Meerane im
Tiefdruckverfahren entstehen, werden Batterien und
Getränkeflaschen kennzeichnen. Dank des
Bedruckstoffs Folie kann später auf der
Bierflasche oder der Batterie der Eindruck entstehen,
als seien Produktname, Logo und Verbraucherinformationen
nicht aufgeklebt, sondern direkt aufgedruckt.
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Philipp Möhwald hat gut zu tun in seiner
Frühschicht. In rascher Folge rüsten er und
seine Kollegen die Tiefdruckanlage um, wechseln Farben,
Format und Zylinder. Denn der Kunde ordert meist nur
kleinere Auflagen, also muss die Maschine häufig
mit neuen Aufträgen bestückt werden. Ein
Branchentrend. Möhwald hat im Sommer 2009 seine
Ausbildung zum Tiefdrucker hier bei der CCL Label
Meerane GmbH mit der Auszeichnung
„Bundessieger“ beendet. Nun sammelt der
22jährige Berufserfahrung – und leitet
bereits selbst die neuen Auszubildenden an.
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Das Unternehmen im sächsischen Meerane, hart an der
Grenze zu Thüringen, ist Teil des weltweit
agierenden CCL-Konzerns mit Hauptsitz in Kanada.
„Wir sind die Tiefdruckspezialisten der
Gruppe“, berichtet Ausbildungsleiter Lutz Kraska.
Das bedeutet zweierlei: Die Entwicklungsingenieure unter
den 150 Beschäftigten erproben beispielsweise, wie
dünn die Folie sein kann, ohne beim Druckvorgang zu
reißen. Und wenn CCL ein neues Werk –
etwa in Thailand – eröffnet, helfen
Maschinenführer aus Meerane bei der Einarbeitung.
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Seit 2005 bildet der Betrieb Tiefdrucker aus. Dahinter
steht die Einsicht, dass ein kleines Unternehmen in
einer Stadt mit 16.000 Einwohnern nicht einfach darauf
hoffen kann, dass sich genügend Fachleute bewerben.
Also wurde beschlossen: „Wenn wir sie auf dem
Arbeitsmarkt nicht bekommen, müssen wir selbst
qualifizieren“, berichtet Kraska. Die Ausbildung
findet vom ersten Tag an unter den Bedingungen des
Produktionsdrucks statt. Die Anlage steht nicht still;
die Maschinenführer haben ihr Auftragssoll zu
erfüllen; die Berufsbildung läuft quasi
nebenbei mit. Deshalb müssen die jungen Leute die
Fachkräfte an der Maschine mit Fragen löchern,
wenn sie etwas wissen wollen oder nicht verstanden
haben. „Das erfordert von den Azubis viel
Eigeninitiative“, sagt Kraska. Das Konzept sieht
vor, dass die Anfänger zunächst mit dem
Druckerhelfer arbeiten, danach die Aufgaben des zweiten
Druckers an der Maschine kennen lernen und
schließlich vom Maschinenführer eingewiesen
werden.
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Philipp Möhwald kennt inzwischen beide Seiten:
„Als Auszubildender habe ich dauernd nachgefragt.
Manchmal haben sich die Kollegen schon gewundert, was
ich alles wissen wollte.“ Wenn ihm jetzt selbst
Berufsanfänger zugeteilt sind, ermuntert er sie zum
Nachhaken. „Es ist schön, Wissen weitergeben
zu können“, sagt der Bundessieger und
fügt hinzu: „Manchmal muss ich richtig
überlegen: Wie erkläre ich jetzt die
Zusammenhänge in Kurzform? Das macht
Spaß.“
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Abiturienten wie Möhwald haben bei CCL Label
Meerane bei der Bewerberauswahl gute Chancen, berichtet
Kraska, „wegen der Vorkenntnisse und wegen der
größeren Reife aufgrund des Alters.“
Und weil sie als Volljährige ganz in den
Drei-Schicht-Betrieb integriert werden können. Doch
unter den beiden neueingestellten Azubis pro Jahr war
bisher auch immer ein Kandidat mit Mittlerer Reife. Wer
bei der Prüfung am Ende der Ausbildung gut
abschneidet, wird zunächst für ein Jahr
übernommen. Ziel ist, den jungen Fachkräften
danach einen unbefristeten Vertrag anzubieten.
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Die Azubis des Tiefdruckunternehmens verbringen im Lauf
der Ausbildung 12 bis 14 Wochen im
„Ausbildungszentrum Polygraphie“ (AZP) in
Chemnitz, zusätzlich zur Berufsschule. Dort
erarbeiten sie sich Fachwissen, das die Firma nicht
vermitteln kann – über ein zweites
Druckverfahren etwa oder über die
Druckformherstellung. Außerdem, berichtet
AZP-Dozentin Erika Würkert, dürfen die
Lehrlinge in der Chemnitzer Werkstatt „Fehler
machen und daraus lernen“. Der Erkenntnisgewinn
für Berufsanfänger ist groß, wenn sie
selbst verursachte Störungen analysieren, um sie
künftig auszuschließen. Es ist eine wichtige
Erfahrung, die aber in der laufenden betrieblichen
Tiefdruckproduktion möglichst vermieden werden
muss.
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„Die Kollegen an der Berufsschule haben uns um die
AZP-Kurse beneidet“, berichtet Philipp
Möhwald. Er fand es auch interessant, mit
Softwareprogrammen für Design und Bildbearbeitung
zu arbeiten und sich die Grundlagen des Offsetdrucks
anzueignen. Das war nicht ohne, sagt er, obwohl
„der Tiefdruck die anspruchsvollere Form ist,
besonders dann, wenn an großen Anlagen von der
Rolle gedruckt wird.“ Auch zur Vorbereitung auf
Zwischen- und Abschlussprüfung schickt die Firma
die Azubis ins AZP nach Chemnitz. Natürlich kostet
diese zusätzliche außerbetriebliche
Qualifizierung das Unternehmen Geld, sagt der
Ausbildungsleiter, aber: „Allen ist klar, dass uns
nur gut ausgebildete Facharbeiter nützen.“
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Zwei Tiefdrucker von CCL bereiten sich gerade im
Ausbildungszentrum Polygraphie berufsbegleitend auf die
Meisterprüfung vor. Die Firma gibt einen
finanziellen Zuschuss und sorgt dafür, dass sich
Schicht- und Kurszeiten vereinbaren lassen.
Möhwald dagegen möchte gleich die Fortbildung
zum Techniker machen. Mit dem ausgezeichneten Abschluss
kann er ein Stipendium der Stiftung
Begabtenförderung beantragen. Einen kleinen
Dämpfer hat sein Lerneifer allerdings bekommen, als
er merkte, dass Teilzeitqualifizierungen zum
Drucktechniker nur in Frankfurt am Main laufen. Zu weit
entfernt, als dass Philipp Möhwald den Kurs und die
Arbeit in Meerane kombinieren könnte. Aber ganz
aussteigen und zwei Jahre wieder voll die Schulbank
drücken, dass möchte er auch nicht: „Ich
will doch die Chance, einen Job zu haben und im Betrieb
bleiben zu können, nutzen.“ Zeit, die
Fortbildungsidee weiter reifen zu lassen, bleibt dem
22jährigen allemal.
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Helga Ballauf
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Mehr über die Bundessieger/innen finden Sie auf der Mediencommunity-Website
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- Ausbildungsplan
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