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Zellstoff, fälschlich immer noch als Zellulose bezeichnet, ist ein Faserstoff, der aus pflanzlichen Faserstoffen durch chemischen Aufschluss gewonnen wird und als Hauptbestandteile Zellulose (C6H10O5) neben anderen Stoffen wie Hemizellulose, Restlignin und organischen Stoffen enthält. Dabei wird das Holz (vorwiegend Laub- und Nadelholz) zunächst in Hackschnitzel zerkleinert. Diese werden dann mit einer Kochflüssigkeit imprägniert und unter Druck und Temperatur über mehrere Stunden gekocht. Dabei löst sich der Holzverbund und die Zellulosefasern werden freigelegt (Aufschluss). Die derzeitig bedeutendsten Kochprozesse sind das Sulfat-Verfahren (90% des Weltbedarfs) und das Sulfitverfahren. Nach dem Kochprozess befinden sich in den Zellulosefasern noch geringe Mengen an Reststoffen wie Lignin oder organische Säuren. Die für das Endprodukt unerwünschten Stoffe müssen entfernt werden. Deshalb durchläuft der Zellstoff weitere Verfahrenstufen, in denen er gewaschen, sortiert, gereinigt und in mehreren Stufen gebleicht wird. Neben der Weiße erhält der Zellstoff durch die Bleiche auch Geruchs- und Geschmacksneutralität. Der Zellstoff wird getrocknet (otro) und zu Platten gepresst, auf Rollen gewickelt (Fluff-Zellstoff) oder direkt über eine Pipeline in die Papierfabrik gepumpt. Der größte Teil des in den deutschen Papierfabriken eingesetzte Zellstoff kommt aus dem Ausland. Rund 3,5 Mio. Tonnen Papierzellstoff wurden nach Deutschland importiert (VdP Leistungsbericht 2010). Es gibt viele Zellstoffarten. Sie können nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden: - nach den zur Verwendung kommenden Chemikalien in Sulfizzellstoff und Sulfatzellstoff
- nach dem Weißgrad in gebleichten und ungebleichten Zellstoff
- nach dem Aufschlußgrad in harten und weichen Zellstoff
- nach den Faserrohstoffen, in Nadelholz-, Laubholz- und Einjahrespflanzen-Zellstoff
- nach Kurzfaser- und Langfaserzellstoff.
Siehe auch: Aufschlussverfahren, Bleichen, Bleichmittel, Sulfatzellstoff, Sulfitzellstoff. |