Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : medienfachwirt online/grafikakademie
hallo ihr lieben,
ich möchte in kürze mit einer weiterbildung beginnen, kann mich aber noch nicht recht entscheiden, was das beste ist und hoffe, das der eine oder andere von euch mir ein paar tipps geben kann.
gelernt habe ich mediengestalter im bereich printmedien, fachrichtung design und bin seit 1 jahr berufstätig.
ich berufsmäßig und ortsmäßig leider so unflexibel, dass ich momentan nur eine möglichkeit der weiterbildung im fernunterricht, oder onlinestudium sehe.
auf der suche im internet habe ich bei mediengestalter.com (verdi) und bei einigen ihk`s davon gelesen, dass es den medienfachwirt schon als onlinestudium gibt, oder in naher zukunft geben soll.
meine frage: macht das schon einer von euch, oder kann mir jemand diesbezüglich etwas berichten?
oder ist es besser, diese weiterbildung vor ort an einer ihk zu machen?
eigentlich war ich, wie einige in diesem forum auf der suche nach einer grafischen weiterbildung (studium fällt bei mir weg). nur leider gibt es da weit und breit nichts, außer ils, grafikakademie und htk.
kann mir jemand zu den genannten instituten etwas sagen? macht dort jemand seine weiterbildung und ist begeistert?
habe mir den probelehrbrief von der grafikakademie zuschicken lassen und hatte das gefühl, dass ich da nicht wirklich mehr über grafik und gestaltung lerne, als ich es schon während der ausbildung getan habe.
aber vielleicht kann mich jemand vom gegenteil überzeugen.
über andere weiterbildungsmöglichkeiten-anregungen bin ich natürlich auch sehr dankbar.
vielen dank und liebe grüße,
jule
Peter Reichard
28.08.2003, 08:53
Hi,
hats du schon diese Site hier getestet/gesehen?:
http://www.medienfachwirt.com/lehrg/web/index.htm
http://www.medienfachwirt.com/
Weitere Bildungsangebote findest du bei bildung-point:
http://bildung.point-online.de/
Peter
Hallo Jule,
ich arbeite jetzt seit ca 1,5 Jahren in einer Werbeagentur als Mediengestalter. Ich war auch lange Zeit auf der Suche nach einer für mich geeigneten Weiterbildungsmöglichkeit. Den Medienfachwirt habe ich relativ schnell ausgeschlossen, da ich (wenn möglich) ausschließlich im Agentur-Bereich arbeiten will und dort wie bisher gestalterische Aufgaben übernehmen will. Bei der Medienfachwirtweiterbildung habe ich aufgrund des BWL-Schwerpunkts das Gefühl, dass sie in eine Richtung geht, in die ich eigentlich gar nicht will. Danach blieb also auch für mich im wesentlichen nur die Wahl zwischen Grafikakademie und HTK. Ich habe mich schließlich für die Grafikakademie entschieden, da dort die Studieninhalte ganz auf Gestaltung beschränkt sind. Ich bin dort jetzt seit März angemeldet und befinde mich zurzeit im 3. von 5 Seminaren des Grundstudiums. Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ich zufrieden mit dem bin, was mir bisher vermittelt wurde. Wie gesagt beschränkt sich dieses Studium allein auf Gestaltung und geht in diesem Bereich weit über das hinaus, was zumindest ich in der Ausbildung gelernt habe. Im ersten Seminar geht es zum Beispiel um die Werbepsychologie. Unter anderem soll man gezielt Anzeigen zu einem Thema suchen und diese hinsichtlich der Wirkung auf den Betrachter analysieren. Da auch ich täglich Anzeigen gestalte kann ich das was ich dort lerne auch im Beruf anwenden. Auch mein Creative Director und ehemaliger Ausbilder findet dieses Studium sinnvoll. Er meinte dieses Studium zusammen mit der Ausbildung und der beruflichen Tätigkeit bringt mir mehr als ein 5 jähriges Studium an einer Fachhochschule. Ob dadurch allerdings meine Chancen steigen, wenn ich mich mal bewerben muss, steht in den Sternen. Ich denke aber, dass es einen guten Eindruck macht, wenn man neben seiner beruflichen Tätigkeit noch eine Weiterbildung macht. Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen. Wenn du noch Fragen hast, antworte ich dir gerne.
Gruss, Daniel
hallo peter und daniel,
vielen dank erstmal für eure tipps und hilfe.
momentan warte ich auf antwort der ver.di fachschule, die den medienfachwirt online anbieten. dort klang eigentlich alles recht vielversprechend.
wenn das nichts wird, melde ich mich bei der grafikakademie an.
@daniel: die bwl-lastigkeit schreckt mich auch etwas ab, aber in hinblick auf die zukunft und das "gefragtsein" von bwl-kenntnissen in sämtlichen branchen, lässt einen doch überlegen. schließlich müßten wir ja gestalterisch sehr gut ausgebildet sein. ich hatte jedenfalls eine sehr gute gestaltungslehrerin. klar, perfekt ist man nicht, aber eine super grundlage ist da. deswegen ist es ja meine angst, dass ich bei der grafikakademie nicht so viel neues dazu lerne und es eventuell verschenkte zeit ist. man weiß es leider nicht.
wenn man sich mal selbständig machen will, oder mal mehr verantwortung in der firma zugetragen bekommt, ist der medienfachwirt vielleicht auch ganz hilfreich.
na mal sehen, ob der kurs überhaupt stattfindet.
aber vielen dank für deine ausführliche auskunft. bei dir ist es ja auch sehr gut, dass dein ehemaliger ausbilder diese weiterbildung für dehr sinnvoll hält. dann wirst du sicherlich später dafür belohnt:-)))
liebe grüße, jule
kleiner-strolch
18.09.2003, 13:18
Hallo Jule!
Hier berichtet eine Mediengestalterin FR Mediendesign, die seit letztem Dezember bei der HTK studiert.
Ich kann schlecht beurteilen, ob die HTK oder die Grafik-Akademie besser ist. Hatte zunächst auch erst abgewägt, welche der beiden Möglichkeiten ich nutzen will. Die Probelektion der Grafikakademie fand ich auch eher dürftig, was mich darauf schließen ließ, dass ich da wahrscheinlich nicht viel Neues lerne. Aber ich weiß ja nicht, wie die anderen Lektionen sind. Daniel ist anscheinend davon echt angetan.
Über das Studium an der HTK musst du wissen, dass es dort ausschließlich um die praktische Arbeit geht. Wer denkt, er kriegt schöne Manuskripte mit Theorie, hat Pech gehabt. Es gibt zwar ein ca. 100seitiges, sog. "Grundlagenhandbuch", in dem allerdings wirklich nur die absoluten Grundlagen stehen, die fertige Mediengestalter eher langweilen...hab ich nur einmal kurz angesehen. Anders ist es wohl für Neueinsteiger (es gibt ja keine Zulassungsvoraussetzungen), da gibt das Handbuch einen ganz guten, wenn auch etwas durcheinandergewürfelten, Überblick über das Metier.
Es kommt halt darauf an, was du mit der Fortbildung anstrebst. Für meine Ziele ist die HTK erst mal genau das Richtige. Denn von Theorie hatte ich nach der Ausbildung erst mal die Nase voll. Bei der HTK bekommst du halt nach und nach praktische Aufgaben gestellt, die in gewissem zeitlichen Rahmen bearbeitet werden müssen. Das schickst du dann zu deinem Dozenten und wartest auf Korrekturvorschläge bzw. deine Benotung und die nächste Aufgabe. Der Dozent unterrichtet auch die, die an der HTK ganz normal ein Vollzeitstudium machen. Das finde ich wichtig, damit fachgerechte Benotungen gegeben werden. Nach 1 1/2 JAhren ist die Abschlussprüfung des Grundlagenstudiums, wo eine Abschlussarbeit und eine Präsentation deiner vorigen Aufgaben vor Ort bei der HTK benotet werden. Danach kann man noch ein DTP- oder Webdesign-Studium nach dem gleichen Schema dranhängen. Als Mediengestalter kann man aber schon nach 1 1/2 Jahren seinen Abschluss machen, also verkürzen.
Was gut finde ist, dass ich immer "gezwungen" bin, mich in meiner Freizeit auch noch mit solchen Dingen zu beschäftigen. Vor allem, weil meine Arbeit in einem Verlag nicht ganz so abwechslungsreich ist (bei einer Agentur ist das schon anders). Die Aufgaben der HTK sind sehr praxisnah gestellt und können danach als Arbeitsproben für Bewerbungsmappen genutzt werden. Von ersten Typo-Übungen bis zu ganzen CI-Konzepten werden so ziemlich alle Bereiche behandelt.
So muss ich z.B. auch Verpackungen, CD-Cover, Billboard-Planen und Piktogramme etc. gestalten, was ich in meinem Job nicht kann.
Wem zu einem Bereich theoretisches Wissen zur Umsetzung fehlt, muss es sich halt selber aus Büchern erarbeiten. War bisher bei mir aber noch nicht der Fall.
Das Studium macht nicht ewig viel Arbeit - man muss sich halt konsequent immer mal wieder ransetzen. Aber es ist sehr gut neben dem Beruf zu schaffen (ohne dass gleich die ganze Freizeit drauf geht).
Workshops werden auch angeboten, die in losen Abständen in Hamburg angeboten werden und die man besuchen kann, aber nicht muss. Das geht immer über ein Wochenende, über ein bestimmtes Thema. Dann mehr über Sachen, die mit den praktischen Aufgaben nicht vermittelt werden. So gab es schon welche, wie man richtig scribbelt, über bestimmte Werbekampagnen, Werbeanzeigen und die Arbeit in Agenturen, DTP-Reinzeichnung etc.
Die Workshops sind kostenlos, man muss halt Anreise u. Unterkunft bezahlen. Und sie sind eine gute Gelegenheit, seine Mitstudenten und Dozenten mal kennen zu lernen. Man hat sonst nur über ein Intranet die Möglichkeit, sich auszutauschen.
Wie gesagt, ich glaube, es kommt ganz auf seine Ziele an, was man sich von dem Studium erhofft. Kann nur aus meinen Erfahrungen sprechen.
Als ich mich über den Medienfachwirt informiert habe, schien mir das auch eher in die BWL-Richtung +Theorie als in Richtung Gestaltung zu gehen. Deshalb kam für mich diese Möglichkeit nicht in Frage.
Ich hoffe, dass ich allen HTK-Interessierten eine kleine Hilfe geben konnte.
An der HTK stört mich, daß man dort vorgeschrieben bekommt, welche Software zu benutzen ist. Ich bleibe lieber bei meiner eigenen, mir vertrauten Software, die ich auch in unserer Firma nutze.
Die Grafikakademie ist schon deshalb attraktiver und man kann acuh da interessante Workshops machen. Die sind zwar nicht kostenlos, aber dafür sind es wirklich interessante Themen, finde ich. Okay, man weiß es vorher nie, welcher Kurs der richtige ist. Soweit ich das sehe, sind beide inhaltlich die besten in Deutschland.
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