Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Keine Gehaltsvorstellung
Hallo,
ich habe 1997 meine Ausbildung zur staatlich geprüften Gestaltungs-Technischen-Assistentin mit Schwerpunkt Grafik Design und Fachabitur erfolgreich abgeschlossen und bin danach direkt in einem kleinen Grafikdesign Betrieb angefangen zu arbeiten.
Ich bin die einzige Mitarbeiterin, und seit acht Jahren zuständig für Gestaltung, Reinzeichnung und alles was als einzige Angestellte so anfällt und arbeite verantworungsbewußt, schnell und selbstständig mit meinen beiden Chefs zusammen.
Sie sind nicht an Tarifverträge gebunden.
Bis heute weiß ich nicht, welches Gehalt angemessen wäre.
Durch dieses Forum und andere Internetseiten habe ich aber schockierender Weise feststellen müssen, dass ich völlig unterbezahlt bin.
Bei Ver.di stehen die Stundenlöhne von Facharbeitern in Lohngruppen V, VI und VII.
Muß gestehen, dass ich nicht weiß zu welcher Lohngruppe ich gehöre, weil ich nicht weiß, was die Gruppen bedeuten.
Könnte mir jemand einen guten Tip geben, was angemessen wäre (Stundenlohn oder Brutto/Monat), weil die nächste Gehaltsverhandlung vor der Tür steht?
Würde mich sehr darüber freuen.
Peter Reichard
10.06.2005, 08:29
Hi,
hier ein PDF worin die Lohngruppen erklärt sind. Diese Beschreibungen im Manteltarifvertrag sind allerdings recht veraltet.
http://asv.verdi-verlage.de/pdf/tarife/lohtarif.pdf (PDF-Download)
Die aktuellen Tarife sind hier: http://www.verdi-druckundverlage.de/tp/vertraege/vertraege.html
Peter
Hallo und vielen, vielen Dank erstmal für die Infos.
Laut Manteltarifvertrag (der zwar nicht mehr aktuell ist, aber soviel wird sich nicht geändert haben) werde ich z.Zt von meinem Chef nach Lohngruppe I bis II bezahlt. Meiner Einschätzung nach müßte es mittlerweile Lohngruppe V bis VI sein. Ist schwer zu sagen bei der geringen Beschreibung.
Ist das nicht schon unverschämt und das nach acht Jahren treuen , zuverlässigen Diensten meinerseits?
Tatsache ist, das mein Chef nicht an den Tarif bebunden ist und zahlen kann was er will.... Seufz.
Trotzdem nochmal vielen Dank.
Ich werde mein bestes bei der Gelhaltsverhandlung geben.
m.E. solltest Du dich vom Denken in Tarifgruppen lösen. Wenn deine Chefs nicht tarifgebunden sind, können die drüber lachen.
Du wirst wohl keinen "Kleinbetrieb" finden, der tarifgebunden ist und auch keinen der Tariflöhne zahlt/zahlen kann.
Du solltest Dir erst mal klar drüber werden, was deinen Chefs deine Arbeit wert ist/inwieweit sie inzwischen von deinen Kenntnissen abhängig sind, auch wie die wirtschaftliche Situation des Unternehmens ist. Einerseits ist es schwierig für sie, auf die schnelle für eine eingearbeitete Kraft Ersatz zu finden, andererseits haben sie es aber, wenn Du den Bogen überspannst (was sich u.U. erst nach ein paar Monaten rausstellt) einfacher, sich von dir zu trennen. Und dann eher mit Prozentvorstellungen in die Gehaltsverhandlungen gehen, als auf Tariflöhne pochen. Eine Forderung von 5% oder von mir aus auch 100 Euro mehr wird wohl nur ein extrem griesgrämiger Chef als von vornherein überzogen abtun, bei 200 Euro ist es im Kleinbetrieb wahrscheinlich, daß das Arbeitsklima dann dauerhaft belastet ist.
(wobei die konkreten Summen auch von deiner Umgebung abhängen). Je nachdem wo Du wohnst, finde ich ein Gehalt, was Stufe zwei entspricht, für einen Kleinbetrieb gar nicht mal so schlecht, bedenke mal, daß die Löhne in der Druckindustrie seit langen Zeiten zu den höchsten in Deutschland zählen.
Anmerkung: Bei mir würdest Du wahrscheinlich auch nicht viel mehr kriegen als entsprechend Stufe 2.
Ich hab ein ähnliches Problem. Bin letzten Sommer mit meiner Ausbildung zum GTA fertig geworden und hab jetzt mittlerweile drei erfolgreiche Bewerbungen gehabt. Bei zwei davon war ich bei nem Gespräch (eins kommt noch) und die sind auch beide sehr gut gelaufen. Waren alle begeistert von meiner bewerbung und haben beide zugesagt das ich bei denen anfangen kann.
Bei dem Gespräch haben sie allerdings auch durchblicken lassen, dass ich mir mal gedanken über meine bezahlung machen soll. Und ich weiß nicht was ich da sagen soll. Auf keinen Fall viel zu hoch aber natürlich auch nicht zu niedrig. Ich dachte bisher an um die 1700€ brutto. Ist das zuviel verlangt?
Mein Standtort ist Osnabrück (bzw nähere Umgebung) und die Agenturen sind beide eher klein, haben aber gute Kunden und sehr schicke, kreative sachen im Portfolio. Wäre auf jeden Fall genau das wonach ich gesucht habe.
MfG
Philipp
Peter Reichard
25.08.2005, 09:07
Hi,
1700 Brutto bedeutet circa 1000 Brutto. Das ist natürlich nicht gerade sehr viel. Und was immer berücksichtigt werden muss sind Arbeitszeiten, Fragen des Urlaubsgeldes, Urlaubsdauer etc.
Peter
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