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Thema: Arbeitsamt beendet Umschulung trotz guter Noten

  1. #1
    Guest Gast

    Standard Arbeitsamt beendet Umschulung trotz guter Noten

    Hallo,
    ich habe eineinhalb Jahren eine betriebliche Umschulung zur Mediengestalterin begonnen. Wunderbar. Ich mag diesen Beruf sehr, bin da an der richtigen Stelle und habe gute Noten in der Schule.

    In dem Betrieb in dem ich die Umschulung begonnen habe herrscht aber eine absolut schlechte Stimmung. Mein Ausbilder, mit dem ich mit noch einem Kollegen im Satzraum gearbeitet habe, hat permanent absolut schlechte Laune. Phänomenal. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand so ablehnend und so unzufrieden mit seiner Arbeit, den Kunden, dem Chef, den Kollegen usw. ist. Ich habe mir seit einenhalb Jahren von morgens halb acht bis nachmittags um vier angehört wer "ein Arschloch, ein Versager, ein Idiot, eine dumme Kuh, ein Volldepp, wer unfähig, dämlich, dumm, widerlich" usw. ist. Es gibt keine anderen Gesprächsthemen. Nie. Ohne eine Ausnahme.

    Ich muss dazu sagen, dass ich persönlich mit ihm nie Streit hatte. Allerdings habe ich eine Vorstellung davon, wie er anderen gegenüber von mir redet. So wie er eben mit mir über andere Kollegen usw. redet.

    Ich habe Trauerkarten und Müllkalender gesetzt, sonst nicht viel. Ausbildung im Wortsinn gab es nicht. Man muss ihnen alles wie Würmer aus der Nase ziehen und hat den Eindruck, dass sie jede Frage in ihrer Arbeit stört. Noch dazu fehlen dem Betrieb die technischen Vorraussetzungen um auszubilden. Man traut es sich kaum zu schreiben, aber es gibt dort keinen Kopierer, der Farbdrucker funktioniert nicht wirklich, ebenso der Scanner usw.

    In der Schule ist viel Unterricht ausgefallen. Die Azubis die mit mir angefangen haben, haben im Mai Zwischenprüfung. Bei mir steht im Mai bereits die Abschlussprüfung an. Die Zwischenprüfung habe ich letztes Jahr nach nur ein paar Monaten Ausbildung gemacht und hatte immerhin in der Theorie die beste Arbeit und war und bin auch stolz darauf. Aber von nichts kommt nichts. Alles was ich im Betrieb oder in der Schule nicht lerne muss ich nachholen. Nach einem ganzen Arbeitstag bedeutet das nachts weiter zu lernen.

    Ich habe eine schwerbehinderte, pflegebedürftige Tochter. Ganz abgesehen davon habe auch ich eine Behinderung die mich an nichts hindert, aber manches anstrengender macht. Nach diesen eineinhalb Jahren war einfach keine Energie mehr da. Vor allem nicht für endloses Geschimpfe, Genörgel, Geläster.
    Ich kann dem mittlerweile nichts mehr entgegensetzen und vor allem funktioniert auch Lernen und gleichzeitig weghören nicht.

    Was würdet ihr machen? Einen fähigeren Betrieb suchen. Habe ich gemacht. Mit der Folge, dass das Arbeitsamt die Umschulungsmaßnahme abgebrochen hat und die Zahlungen ab sofort einstellt.


    Ich habe gute Noten, einen Betrieb gefunden der mich weiter ausbilden will und das auch kann, werde die Prüfung in jedem Fall bestehen und hatte einen Bildungsgutschein. Ach ja, nur für die paar Monate macht ein Wechsel in einen anderen Betrieb natürlich keinen Sinn. Ich hatte vor, wie eine andere Umschülerin das seit Beginn ihrer Umschulung tut, den Rest in Teilzeit zu absolvieren. Die Ihk und die Schule haben damit kein Problem. Auch mein neuer Arbeitgeber nicht, der den Umschulungsvertrag in Voll- oder Teilzeit in bestehnder Form übernehmen will.


    Im Arbeitsamt ist seit mehr als zwei Wochen niemand zu ereichen der zuständig ist.
    Überhaupt werden die Durchwahlen zu den Sachbearbeitern nicht mehr mitgeteilt. Jeder Kontakt mit der Agenur für Arbeit läuft nur noch über ein Callcenter. Innerhalb von 48 h wird man zurückgerufen. Ohne Termin nützt auch persönliche Vorsprache nichts. Der Dienststellenleiter ist nicht da. Es ist immer noch nicht geklärt welche Abteilung in welcher Stadt zuständig ist. Ich hatte keine Gelegenheit die Situation zu schildern.

    Die Unterhaltszahlungen wurden gestrichen, da ich die Ausbildung ohne wichtigen Grund (!?) abgebrochen hätte. Außerdem weil ich den Betrieb gewechselt habe ohne die Zustimmung des Arbeitsamtes einzuholen. Was aber wegen dem Callcenter, Zuständigkeitsverwirrung usw. nicht möglich war. Wie reagiert man darauf? Rechtsanwalt?


    in völliger Verwirrung und Verwunderung
    Karlchen

  2. #2
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    Standard Re: Arbeitsamt beendet Umschulung trotz guter Note

    Hey Karlchen,
    deine geschilderten Probleme sind auch mir nicht fremd.
    Ich mach auch ne Umschulung zum Mediengestalter Non Print, lerne in der Schule aber nur Stoff für Print, da ich als einziger Operator Non Print in eine Printklasse gesteckt wurde. In der Praxis sieht es leider auch nicht besser aus, wenn man ne Frage hat wird man angemault, man solle sich selbst helfen. Dann hätte ich auch ein Fernstudium o.ä. machen können. Ausserdem liegt der Ausbildungsschwerpunkt in der Praxis mehr bei Bild und Ton (ich lerne Digital- und Print). Den eigentlichen Stoff muss ich mir also, neben dem nachzuholenden Stoff, auch noch nebenbei aneignen, was fast unmöglich ist. Man muss ja auch mal schlafen!
    Mein Ausbildungsbetrieb hatte mir sogar angeboten, mir das dritte Ausbildungsjahr zu finanzieren, die IHK hatte auch nichts dagegen, und die Schule sowieso nicht. Nur beim A-Amt hat man sich quer gestellt, das wäre ne Umschulungsmaßnahme und die ginge nun mal nur zwei Jahre.
    Für die anstehende Prüfung sehe ich schwarz und hab noch keine Ahnung, wie's danach weitergeht.
    Du siehst also, du stehst nicht allein auf weiter Flur!
    Ich drück dir die Daumen, dass alles gut wird!
    Das Rudel

  3. #3
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    Wenn ich das hier so lese, da geht mit wirklich das Messer in der Tasche auf.
    Das ist doch mal wieder typisch Arbeitsamt, die interessiert das gar nicht was da Für Gründe dahinter stecken und wie das alles zusammen hängt. Erreichen kann man eh niemanden, wenn was ist, das kenne ich auch sehr gut.

    Ich würde euch beiden raten einen Anwalt dazu zu ziehen und das Arbeitsamt zu verklagen. Es ist ihre Aufgabe dafür zu Sorgen das ihr in Arbeit kommt und wenn die sich so quer stellen, wird das ja nichts. Vor allem wenn alle anderen Parteien mit der Lösung einverstanden sind. Und mit einem Rechtskostenbeihilfeantrag ist das ganze auch nicht so teuer, bekommt ihr bei jedem Gericht.

  4. #4
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    Zitat Zitat von TK_86 Beitrag anzeigen
    Wenn ich das hier so lese, da geht mit wirklich das Messer in der Tasche auf.
    Das ist doch mal wieder typisch Arbeitsamt, die interessiert das gar nicht was da Für Gründe dahinter stecken und wie das alles zusammen hängt. Erreichen kann man eh niemanden, wenn was ist, das kenne ich auch sehr gut.

    Ich würde euch beiden raten einen Anwalt dazu zu ziehen und das Arbeitsamt zu verklagen. Es ist ihre Aufgabe dafür zu Sorgen das ihr in Arbeit kommt und wenn die sich so quer stellen, wird das ja nichts. Vor allem wenn alle anderen Parteien mit der Lösung einverstanden sind. Und mit einem Rechtskostenbeihilfeantrag ist das ganze auch nicht so teuer, bekommt ihr bei jedem Gericht.
    Meinst Du nicht, dass der Ratschlag nach fast 6 Jahren etwas spät kommt?

  5. #5
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    Meinst Du nicht, dass der Ratschlag nach fast 6 Jahren etwas spät kommt?
    Ich habe gar nicht auf das Datum geachtet, hier sollte mal Archiviert werden. Und solche alten Dinger rausgenommen.

    Aber solche Fälle tauchen ja immer wieder auf, also vllt nützt es ja einem Anderen.

  6. #6
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    Ein guter feeund ist dort Sachbearbeiter und er sagt, die zustände die da grad herrschen, sind nicht mehr feierlich. die Mitarbeiter allesamt einfach komplett überlastet - naja und da ist klar das irgendwann fehler und Schlampigkeiten passieren... trotzdem hart finde ich. Umschulen zum neuen Beruf wollen viele. Ich denke mal die bekommen über 50 Aufgabe auf de Tisch pro Tag und kommen nicht mehr hinterher.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Sara-love Beitrag anzeigen
    Ein guter feeund ist dort Sachbearbeiter und er sagt, die zustände die da grad herrschen, sind nicht mehr feierlich. die Mitarbeiter allesamt einfach komplett überlastet - naja und da ist klar das irgendwann fehler und Schlampigkeiten passieren... trotzdem hart finde ich. Umschulen zum neuen Beruf wollen viele. Ich denke mal die bekommen über 50 Aufgabe auf de Tisch pro Tag und kommen nicht mehr hinterher.
    Ich hab sie nochmal gehört, die meint es ist echt so - über 50 Aufgaben auf den Tisch, heftig!

  8. #8
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    Ich denke das dieses Thema nun geschlossen werden könnte. Hab auch gestaunt, als ich sah, dass es schon 2005 gepostet wurde. Ist echt schon alt und wahrscheinlich schon läääängst gelöst. Oder doch nicht? Das Arbeitsamt heißt jetzt Arbeitsagentur, das hat sich geändert. Aber sonst? Eigentlich nichts!

  9. #9
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    Ja ich habe auch gehört, dass viele Sacharbeiter überlastet sind, aber dein persönlicher Fall geht ja mal garnicht von denen...
    Geändert von Peter Reichard (30.04.2014 um 12:21 Uhr)

  10. #10
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    Blöde Situation, aber rein rechtlich bist
    Du wohl im Nachteil, da Du den Wechsel
    nicht rechtzeitig angegeben hast. Hast Du
    vielleicht rechtzeitig ein Einschreiben
    geschickt? Rechtsanwalt fragen kann
    ja nicht schaden.

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