Hi,
leider bin ich etwas spät zu dem Entschluss gekommen eine Ausbildung zum Mediengestalter einzuschlagen. Ich wollte mal fragen ob noch irgendeine Chance für mich besteht dieses Jahr eine Ausbildungsstelle zu ergattern?
Hi,
leider bin ich etwas spät zu dem Entschluss gekommen eine Ausbildung zum Mediengestalter einzuschlagen. Ich wollte mal fragen ob noch irgendeine Chance für mich besteht dieses Jahr eine Ausbildungsstelle zu ergattern?
Hallo,
warum nicht. Der Ausbildungsbeginn ist ja erst zum 1. September oder manchmal auch zum 1. Oktober. Und nicht alle wisen schon ein Jahr vorher, dass sie ausbilden wollen oder können. Von daher stehen die Chancen nicht schlecht.
Auf dem Ausbildungs- und Weiterbldungsprojekt mediencommunity 2.0 gibt es auch eine Gruppe zum Austausch und mit Informationen zur Bewerbung. Die Anmeldung ist kostenfrei.
Viele Grüße
Peter
Hallo,
zur Überbrückung könntest du ein Praktikum machen und schon etwas Erfahrugn sammeln. Bei der Gelegenheit kannst du auch sehen, ob dein Entschluss richtig war.
Viele Grüße
Tanja
Hallo,
diesen Beruf würde ich wirklich nur dann machen, wenn du es ganz bestimmt willst.
Es sieht nicht gut aus auf dem Arbeitsmarkt und die Ausbildung ist momentan mehr oder weniger eine Katastrophe.
Und wenn, dann nur Digital und nicht Print.
http://gedankenzoo.serotonic.de/434-...Resueme-7.html
"Auch heute noch bin ich unversöhnlich über den Grad der schamlosen Ausnutzung meiner Arbeitskraft und dem verantwortungslosen Umgang mit mir. Im Austausch mit Klassenkameraden war jedoch zu erfahren, dass kaum jemand im Betrieb etwas beigebracht bekam, was ihn fachlich wirklich weitergebracht hätte. Dass alle schon nach kurzer Zeit eine reguläre Teilzeitstelle hätten besetzen können und dass kaum Rücksicht auf die Bedürfnisse eines Azubis genommen wurde.
Meine Ausbildung ist somit sicherlich ein Sahnestück an Negativbeispiel, doch es wäre ganz klar gelogen, würde man behaupten, sie wäre ein Sonderfall."
Unbedingt lesen. Es hat sich jetzt nicht sonderlich viel geändert. Nur weil der Beruf eine neue Bezeichnung hat usw. läuft das noch lange nicht anders ab. Schließlich kontrolliert das niemand...
Das liest sich unglaublich witztig, aber ist viel zu oft wahr. Und mir erging das auch nicht viel anders.
"Wenn man nach einer langen Ausbildungszeit einmal zur Ruhe gekommen ist, kann es passieren, dass man sich fragt: Und, was mache ich jetzt mit meinem Schein? Oder einmal anders gefragt: Was bin ich jetzt eigentlich?
Jetzt bin ich also Mediengestalter für Digital- und Printmedien – bin ich jetzt auch was?
Per se: Nein. Ich habe Menschen ohne jegliches Gestaltungsgefühl die Ausbildung mit Bravour bestehen sehen. Ich habe Menschen mit fantastischem Gestaltungsgefühl gesehen, die nur mit schlechtestem Notendurchschnitt und absolutem Ach und Krach den Abschluss schafften. Vor allem habe ich aber viele Menschen gesehen, die erst einmal ratlos vor ihrem Leben standen. Denn die Ausbildung ist ein Zuckerschlecken an einem sanften Frühlingsmorgen, gemessen an der Marktpositionierung und am Marktwert eines Mediengestalters. Und der Grund dafür liegt im Beruf selber begraben:
Ein Mediengestalter ist nichts anderes als eine eierlegende Wollmilchsau. Ein Mensch, der viel weiß, aber von nichts wirklich eine Ahnung hat. Wenn man mal ehrlich ist. Was vor allem daran liegt, dass sein Einsatzgebiet direkt aus 4 ehemaligen Ausbildungsberufen zusammengewürfelt wurde: dem Schriftsetzer, dem Reprograf, dem Reprohersteller und dem Werbe- und Medienvorlagenhersteller. Und dann, man lasse es einfach einmal auf der Zungenspitze tänzeln, bearbeitet so ein Gestalterlein vom Namen her auch 2 vollkommen unterschiedliche Wissensfelder: Digitale Medien und Printmedien. Nur die Gewichtung der beiden Felder variiert – je nachdem, ob der Berufsbezeichnung noch ein „print“ oder ein „nonprint“ nachgeschoben wird. Und obwohl schlussendlich nur die Gewichtung variiert, sollte so ein Mediengestalterlein auch über genug wasserdichtes Fachwissen verfügen, beide Arten von Medien kompetent gestalten zu können. Dies ist aber in der Regel nicht der Fall, denn dafür sind beide Hauptbereiche zu komplex für 3 kurze Ausbildungsjahre – alleine aus diesem Grunde kann die Ausbildung zum Mediengestalter nie in eine befriedigende Tiefe gehen.
Ich vergaß fast, dass für eine Vertiefung im Ansatz Folgendes sorgen sollte: Die Unterteilung dieses Ausbildungsberufes in 4 Fachrichtungen (Mediendesign, Medienberatung, Medienoperating und Medientechnik) – doch diese Unterteilung versteht da draußen, in der Wirtschaft, da, wo diese Menschen eventuell gebraucht werden, niemand. Daher lasse ich sie hier der Kürze halber auch unter den Tisch fallen. Im Grunde machen wir alle das Selbe; im Arbeitsleben greifen die Aufgabenbereiche nahtlos ineinander und werden oft von ein und derselben Person bearbeitet: Beratung, Konzeption, Kreativarbeit, Datenaufbereitung und -management, technische Umsetzung, oft auch Projektmanagement, Kostenmanagement, Optimierung des Workflows oder ähnlichen innerbetrieblichen Prozessen. Ich jedenfalls habe noch nie gehört, dass ein Betrieb einen Mediengestalter je Fachrichtung beschäftigt, um alle Aufgabengebiete abgedeckt zu wissen."
Das war das alte Berufsbild... jetzt haben die es neu gemacht... aber es ist der gleiche Schmarrn!
Wenn nicht schlimmer... jetzt gibt es nur noch 3 Richtungen.. also muss jede Richtung noch mehr abdecken. Irgendwann kommen sie wohl noch auf die Idee, dass ein jeder alles können soll. Hoffentlich bin ich dann schon Tod... weil so viel "Unfähigkeit" kann man einfach nicht mit anschauen.
Jeder Lehrer den ich an der Berufsschule hatte hätte das besser hingekriegt... allerdings hatte ich auch die besten Lehrer die aus der Praxis kamen... und dennoch waren ihnen die Arme gebunden, weil sie sich nach einem Rahmenplan richten mussten, den Leute erstellt haben, die wiederum keinen Plan hatten...
Ich würde diese Ausbildung kein zweites mal machen. Nie.
Wenn die Möglichkeit besteht, dann gleich studieren! Oder Alternativen suchen.
Es ist sowieso oft so, dass viele die es vorher schon gekonnt hätten danach noch studieren, also warum nicht gleich?
"So saß auch ich mit einem illustren Grüppchen Klassenkameradinnen beim Arbeitsamt und starrte Löcher in meine Zukunftssuppe. Denn der Arbeitsmarkt brauchte uns nicht, keiner schrie „Hier, wir wollen dich!“, weil du einen ach so trendigen Beruf erlernt hast. Einen trendigen Beruf, der im Grunde nur eine große Wasserblase ist."
Und es ist jetzt nicht anders.
Alle Zitate sind aus obigem Thread entnommen, ich bin nicht Autor und dennoch kann ich das so unterschreiben.
Geändert von serpentine (09.03.2010 um 19:33 Uhr)
Danke schonmal für die Antworten. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist mir bewusst. Ich habe mir jetzt schon so viele Studiengänge/Ausbildungen angesehen, doch letztlich falle ich immer wieder zum Mediengestalter zurück.
Ich habe später eh vor damit selbstständig zu werden, das Risiko ist mir also bewusst und ich möchte es eingehen. Gibt es hier auch Erfahrungen von Leuten die sich selbstständig gemacht haben?
Hallo,
wenn es schon so ist, dass man als angestellter Mediengestalter ganz unterschiedliche Dinge unter einen Hut bringen muss, so sind die Tätigkeitsfelder als selbständiger Mediengestalter nochmal ausgeweitet. Neben allgemeinem unternehmerischen Denken muss man juristisches Wissen haben, psychologisch geschickt vorgehen können, organisatorisch was drauf haben und natürlich in Sachen Produktion perfekt sein. Ach so, und entweder kaufmännisch so gebildet sein, dass man die Steuer selbst machen kann, oder sich eine/n Steuerberater/in leisten.
Und es ist selbstverständlich nicht so, dass man es mit weniger »Konkurrenz« zu tun hat.
Viele Grüße
Tanja
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