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»Frei zum Druck« ist ein Buch, das den Ansatz verfolgt, Grafikdesignern den Vorstufen- und Druckprozess nahezubringen und so mehr Sicherheit in der Auftragsabwickung zu bekommen – schließlich hat nicht jeder Grafiker eine Reinzeichnungsabteilung, die sich um solche Dinge kümmert. So ist das Buch auch in Kapitel wie Geeignete und ungeeignete Bildformate, Bitmaps und Pixeltiefe, Farben verstehen, Ein Wort in Sachen Papier, Erklärung des Vier-Farben-Drucks, Verwendung von Pantone-Farben oder An der Druckmaschine eingeteilt.
Verwirrend ist allerdings die Reihenfolge, da direkt nach dem geschichtlichen Hintergrund der Leser schon an der Druckmaschine steht und dann der Produktionsprozess, wie man überhaupt geeignete Daten erstellt, sozusagen von hinten aufgerollt wird.
Trotz des Buchtitels nimmt der eigentliche Produktionsprozess gerade mal 33 der 172 Seiten ein, der Vorstufen-Teil hat mit 82 Seiten eindeutig den Schwerpunkt auf Photoshop. Layout- und Grafikprogramme sowie die für den Druck notwendige Reinzeichnung werden am Rande behandelt.
Über Laufrichtung und Ausschießen grundlegend Bescheid zu wissen, ist zwar hilfreich, muss aber von der Druckerei bei Kalkulation und Produktion berücksichtigt werden und nicht etwa vom Grafikdesigner, wie der Autor es darstellt. Ebenso ist er nicht für die Qualitätskontrolle im Fortdruck verantwortlich – zumindest nicht in Deutschland, vielleicht in den USA. Das hätte allerdings bei der Übersetzung berücksichtigt werden müssen.
Sehr störend ist der paternalistische Ton, den der Autor empfiehlt, wenn es um die Kommunikation mit der Druckerei geht. Jede Druckerei wird sich zu Recht verbitten, von einem Grafikdesigner gute Tipps zu erhalten, wie sie ihre Arbeit zu erledigen hat.
Insgesamt ist es ein mittelprächtiges Buch, das allenfalls einen groben Überblick geben kann. Wer sich wirklich am Produktionsprozess interessiert ist, macht besser einen Termin bei der Druckerei seines Vertrauens aus. |