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Stolze drei Kilogramm bringt das »umfassende Handbuch« auf den Tisch. Die beiden Autoren erläutern auf gut 950 Seiten wirklich alles, was es in InDesign zu wissen gibt. Dazu kommt dann noch über eine Stunde Video-Training als Ausschnitte aus der DVD »Adobe InDesign CS4 – Layouts entwerfen und gestalten«. Diese ganzen Informationen sind in acht Teile mit insgesamt 38 Kapitel plus einen Infoteil gegliedert, und beinhalten von den Grundlagen (Neuerungen, Arbeitsoberfläche, Voreinstellungen) über den Aufbau einfacher Dokumente, Typografie, komplexe Dokumente und Buchproduktion bis hin zu den Grundlagen der Produktion (hier sind dann Themen wie Farbmanagement, Transparenzen, Überfüllungen zu finden), Dokumentüberprüfung und Ausgabe umfangreiche Erläuterungen. Beim Stichwort »Drucken« geht es jedoch eher um »Ausdrucken« oder bestenfalls die Erstellung von Proofs.
Alles ist detailliert dargestellt, durch die vielen Tipps- und Hinweiskästchen in der Marginalspalte jedoch nicht immer übersichtlich.
Umsteiger von QuarkXPress werden es zu schätzen wissen, dass ihnen besondere Berücksichtigung zukommt.
Und so kompetent die Autoren sind, bei Bildern schwächeln sie etwas:
PNG als patentfreie Alternative zu GIF darzustellen ist nun wirklich Schneematsch von gestern – dass für die Verwendung von GIF-FDateien Lizenzgebühren fällig werden, ist seit Sommer 2004 (also seit 5 HJahren) nicht mehr aktuell.
Ein (Pixel-)EPS mit einer JPEG-Kompression zu versehen macht nicht wirklich Sinn, und allgemein ist nach wie vor im Sinne der Qualitätssicherung davon abzuraten, in InDesign-Dateien PSD-, AI- oder Tiff-Dateien mit Ebenen zu verwenden. InDesign akzeptiert es zwar problemlos, aber das alleine ist es ja nicht – meistens müssen die Daten auch irgendwie ausgegeben werden. Und dass nicht jedes RIP damit umgehen kann, wäre als Hinweis der Autoren hilreich gewesen.
Freistellen mit dem Buntstift-Werkzeug ist nicht der Weg, den ich empfehlen würde, selbst unter Zeitdruck, zumal bei dem auf S. 245 gezeigten Bild sogar der Zauberstab in Photoshop in der gleichen Zeit bessere Ergebnisse bringen würde. Da hilft dann auch der Hinweis nichts, dass »Pixelkünstler« dann saubere Freisteller über Masken bzw. Pfade schaffen. (Das gleiche Bild findet sich knapp 10 Seiten weiter in einem Screenshot als »Bild freigestellt.tif«!? Also doch Photoshop?)
Bei dem Einsatz von Transparenzen wäre auch eine etwas kritischere Herangehensweise wünschenswert gewesen, denn auch hier ist es so, dass alles perfekt funktioniert – nur eben unter Umständen nicht bei der Ausgabe. Auch wenn man nicht gerade Transparenzen mit Sonderfarben kombiniert, sollte mit dem Dienstleister geklärt werden, ob Probleme auftreten könnten. Dass die weißen, dünnen Linien, die durch den Einsatz von Transparenzen im PDF »meistens« nur am Monitor zu sehen sind, ist kein Trost, wenn sie auch im Druck zu sehen sind.
Mit diesen Abzügen ist das Buch jedoch geeignet für alle, die den großen Rundumschlag wollen. Immerhin decken die beiden Autoren enorm viele Einsatzgebiete ab, und wenn man auch nicht dauernd Anzeigen setzt oder mit der Erstellung von Indices zu tun hat, so ist es doch ein hervorragendes Nachschlagewerk – man weiß ja nie, welche Aufgaben auf einen warten. |