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Photoshop ist ein zunächst relativ einfach intuitiv zu bedienendes Programm – geht es aber um die professionelle Anwendung, so merkt man schnell, dass es äußerst komplex ist und viel Wissen und Erfahrung voraussetzt.
In 12 Kapiteln und auf gut 1000 Seiten erläutert Sibylle Mühlke Anfängern, wie welche Werkzeuge funktionieren und was es bei der Arbeit mit Photoshop sonst noch so zu beachten gibt – und das ist nicht gerade wenig.
Von den Grundlagen aus geht es über den Umgang mit Dateien, Ebenen, die Erstellung von Auswahlen und Masken, Bildretusche, Lösungen für Fotografen, Farbbehandlung und Farbänderungen zu Filtern, Texten und Bildausgabe.
Man merkt schnell, dass das Buch für absolute Anfänger konzipiert ist, da auf den ersten 160 Seiten eingehend Werkzeuge, Paletten und Menüs erklärt werden.
Das Niveau unterliegt insgesamt gewissen Höhenschwankungen, denn das Problem eines 72-dpi-Bildes im Druck ist ja nicht, dass es so groß ist, dass im Buch nur ein Ausschnitt gezeigt werden kann. FM-Raster sind mittlerweile im professionellen und vor allem hochwertigen Druck nichts Ungewöhnliches, und der Hinweis, dass man Bilder am Monitor »etwas« höher auflöst als 72 ppi, nämlich »zwischen 72 und 100 ppi«, ist nicht besonders konkret.
Tintenstrahldrucker rechnen zwar im RGB-Modus, drucken aber selbstverständlich nicht etwa mit Licht, was im Vergleich zu den vorhergehenden Erläuterungen zu Licht- und Körperfarben eher für Verwirrung sorgen könnte.
Auch Layouts in Photoshop (und vor allem welche mit Texten) sind eine Sache, bei der sich mir die Fußnägel aufrollen. Nicht alles, was theoretisch geht, ist auch sinnvoll.
Immerhin nach 460 Seiten schon geht es um Masken, ab ca. Seite 500 um Einstellungsebenen – vorher läuft Bildbearbeitung über Ausschneiden oder Radiergummi (!), »ganz ohne den Umweg über Auswahlen« (aber immerhin mit dem Hinweis, dass dann spätere Korrekturen nicht mehr möglich seien) und die Anwendung von Füllmethoden.
Das ist auch alles ganz ordentlich erklärt, warum aber später bei der Bildretusche über das Bild gemalt wird, um ihm eine andere Farbe zu geben, erklärt sich mir leider nicht.
Für Text in Photoshop gibt es ein eigenes, umfangreiches Kapitel, wobei die Funktion wie bereits erwähnt eher sinnfrei ist, Effekte bei Texten eher nach VHS-»Gestaltung« aussehen und nicht nur Mengentext komfortabler von InDesign erledigt wird (schließlich nutzt man InDesign ja auch nicht zur Bildbearbeitung), und die Vektoren überlässt man besser Illustrator.
Bei dem Ergebnis »kreativer« Effekte, Werkzeuge, Anwendungen oder was auch immer verschließe ich lieber die Augen – dieses Buch ist ein Technik- und kein Gestaltungsbuch!
Insgesamt ist es das Buch für Leute, die überhaupt noch gar nie mit Photoshop zu tun hatten, brauchbar – mehr aber auch nicht, denn dafür ist wie bereits eingangs erwähnt das Niveau zu schwankend. |