|
»Projekte für Mediengestalter« ist der Titel des Übungsheftes, und generell ist es eine gute Idee, sich bei der Erstellung von Fachliteratur an einen fest definierte Zielgruppe zu wenden, um deren Probleme bestmöglich lösen zu können (oder ihnen zumindest Lösungsansätze zu liefern).
Anhand von 31 Aufgabenstellungen, zu denen die benötigten Daten auf CD mitgeliefert werden, werden Inhalte wie Auflösung, Berechnen der Skalierung, Retusche, Freisteller und Composings vermittelt.
Fraglich ist nur, in wiefern dies praxisnah oder -relevant ist, wenn man aus drei absolut identischen Bildern das auswählen soll, bei dem die Pixel auf die geforderte Auflösung zurechtgeschoben worden sind (welcher Kunde macht schon sowas) oder man bei einer geforderten Samplingrate von 1,8 eine Auflösung von 274,32 ppi erhält (und das auszuwählende Bild tatsächlich diese Auflösung hat!).
Überhaupt, die Samplingrate mag zwar für Fachmathematik nett sein, kommt aber in der Praxis so gar nicht vor – allenfalls wird sie »Qualitätsfaktor« genannt, und was man bei rein schematisch-mathematischer Vorgehensweise erhält, sieht man ja bei den erwähnten ca. 274 ppi.
Warum Bilder als Tiff ohne Komprimierung oder als binäre EPS-Dateien gespeichert werden sollen, kann ich mir auch nur mit dem Begriff »gemacht fürs Berichtsheft« erklären.
Ein graublauer Hintergrund, der im Bild eingefügt werden soll, besteht aus 30% Schwarz, und Strichdateien sollen im Layoutprogramm mit einer Farbfläche versehen werden, wobei die Strichzeichnung dann multipliziert (und evtl. in der Ausgabe für weitere Probleme sorgt). Wenn es hier schon um Bildbearbeitung geht, wäre das doch der ideale Punkt, um die Arbeit mit Füllebenen und Vektormasken zu vermitteln.
Etwas unklar ist auch der Hinweis »Führen Sie die [Tonwert-]Korrekturen mithilfe von Einstellebenen durch. Um Bildteile differenziert bearbeiten zu können, erstellen Sie eine Auswahl.« Ob aus der Auswahl dann auch eine Maske erstellt wird, wenn man schon mit Einstellungsebenen arbeitet, wird nicht weiter ausgeführt.
Alles in allem eine Broschüre, die einem nicht wirklich weiterhilft, da sie zu sehr in der Theorie verhaftet bleibt und sich zudem sehr schematisch und am Lehrinhalt von vor 10 Jahren orientiert. |