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Schon der Titel ist etwas irreführend, denn es geht hier um eine reine Programmschulung – Design im eigentlichen Sinn kommt in diesem Buch so gut wie gar nicht vor. Jonas Karnagel stellt in 13 Kapiteln die Programmfunktionen von InDesign vor. Das Ganze geschieht sehr textlastig, Bilder haben größtenteils in der Marginalspalte Platz.
Doch auch der viele Text hilft nicht immer weiter, denn er beschreibt die meisten Funktionen zwar korrekt, aber ohne Bezug auf die Praxis oder anhand von optischen Anwendungsbeispielen.
Seite 178: »Bei Laufweite ist einstellbar, wie nah die Zeichen eines markierten Textabschnitts generell beieinanderstehen.« Seite 184: Nur erste Zeile an Raster ausrichten: Bei Verwendung dieses Befehls werden nicht alle Zeilen des markierten Absatzes am Grundlinienraster ausgerichtet, sondern lediglich jeweils die erste Zeile.«
Punkt. Keine weitere Erläuterung, wann man was warum machen sollte und wie das aussieht.
Gerade Anfänger dürfte dieser Stil überfordern.
Interessierte Leser erfahren über Blocksatz: »Da das Verwenden von Blocksatz (Alle Zeilen) Löcher in der Zeile verursacht (...), sind die anderen Optionen vorzuziehen.«
Eine wesentlich hilfreichere Information wäre in diesem Fall gewesen, dass man bei 35 Zeichen pro Zeile keinen Blocksatz anwendet!
Ältere werden sich vielleicht noch daran erinnern, dass Tabellen »fast ausschließlich mit echten Tabellenkalkulationsprogrammen erstellt und weiterbearbeitet« wurden und Tabulatoren nur eine Vorstufe des Tabellensatzes waren … so sieht es jedenfalls der Autor.
Die »Design«-Anwendungen schließlich bestehen aus Logo, Visitenkarte und Briefbogen, erklären wenig und zeigen noch weniger. Außer vielleicht, dass man Areal regular 8,5 pt in einem vierfarbig aufgebauten Grauton setzen soll.
Für das Geld kauft man sich besser ein besseres Buch. |