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Das Buch erinnert im ersten Teil streckenweise an eine Broschüre von der Berufsinformationszentren, die den Beruf des Art Director Abiturienten erläutern möchte. Vor allem die Begriffserläuterungen oder die Lehrerhaftwirkeden Aufforderungen "Probieren Sie es selbst" sind für meinen Geschmack nicht geeignet ernsthaft Wissen zu vermitteln.
Zumal man nach 38 Seiten bereits lesen kann:
»Nun sollten Sie es mal selbst versuchen. Sie haben ja jetzt eine Vorstellung, was Art Direction ist und was sie erreichen möchte.«
Das scheint ja gängige Vorurteile zu bestätigen, dass das bisschen Kreativität ja jeder kann, einfach mal rund 30 Seiten in einem Buch lesen und schon ist man fast Art Director.
Wenn die Arbeit des Art Director bei der Prüfung von Andrucken wie folgt beschrieben wird, zweifelt man ernsthaft ob der Autor (oder Übersetzer) auf dem aktuellen Stand ist:
»In der Regel prüft der Art Director diese (Andrucke A.dA.) auf Details wie Farbstiche, Registerhaltigkeit oder defekte Typen.«
Defekte Typen gehören in die Zeit des Bleisatzes aber nicht in Zeiten von Offset- oder Digitaldruck.
Viele Beschreibungen von Werbekampganen wirken wie an den Haaren herbeigezogen. So liest man dann etwas von den »kühnen, serifenlosen Majuskeln«, die sich als Helvetica herausstellen. Vermutlich ein klassischer Übersetzungsfehler. So dass es im englischen Original dann wohl »bold caps« hieß, was berufsfremde Übersetzer statt mit »halbfette Großbuchstaben/Majuskeln« als »kühne Majuskeln« übersetzten.
Es werden zwar auch interessante Werbekampagnen gezeigt, man findet sicherlich auch an der ein oder anderen Stelle einige Grundlagen der Ideenfindung, letztlich bleibt alles sehr an der Oberfläche. Alles wird kurz angerissen ohne ins Detail zu gehen. Mir ist unklar an wen sich das Buch richten soll und wem es wirklich helfen soll. |