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Fachübergreifende Literatur

Der Typografiestreit der Moderne
Max Bill kontra Jan Tschichold
Autor: Hans Rudolf Bosshard
Verlag: Niggli Verlag
ISBN: 978-3721208337
Preis: 29,80 Euro
Seiten: 120
Format: 22 x 15 x 1,5 cm
Erschienen: Juni 2012
Kategorie: Gestaltung
Zielgruppen: Fortgeschrittene, Profis
Typ: Hardcover
Meinungen:
Rezensionen: Buch Rezension
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Das sagt der Verlag über dieses Buch:
Sobald es um Ästhetik geht, also um nicht exakt abwägbare Dinge, sind unterschiedliche, ja kontroverse Haltungen unvermeidlich. Immer wieder äusserten sich Exponenten der Typografie zur Eignung von Schriften, zur Anwendung von Ornamenten oder zum optimalen Satzspiegel. Hans Rudolf Bosshard gibt dazu einige historische Beispiele – von Bodoni und Bertuch zu Morris und Morison –, um dann auf den sogenannten «Typografiestreit der Moderne» zwischen Max Bill und Jan Tschichold von 1946 zu kommen. Der Disput schlug schon damals einige Wogen und stösst bis heute – nicht nur im deutschen, sondern auch im angelsächsischen Sprachbereich – auf breites Interesse.
Auslöser war ein Vortrag Tschicholds mit dem Titel «Konstanten der Typografie», in dem er der früher geübten und theoretisch verfochtenen «neuen Typografie» abschwor und für die Wiederaufnahme traditioneller Gestaltungsformen sprach. Max Bill war enttäuscht über den Sinneswandeldes einstigen Vorreiters der «neuen Typografie» und sah in der Rückkehr zur traditionellen Typografie einen Angriff auf die Moderne. Beide machten einander (aus entgegengesetzter Position und völlig ungerechtfertigt) den Vorwurf, nationalsozialistischer Ästhetik nahezustehen. Der heftige Schlagabtausch, der hier erstmals detailliert vorgestellt wird, erfolgte in den «Schweizer Typographischen Mitteilungen».
Mit zahlreichen Abbildungen und einem Nachwort von Jost Hochuli.
Rezensionen
Rezension von: Tanja Huckenbeck, 29.06.2012
Bewertung:
Symmetrie oder Asymmetrie? Schmuckelemente oder keine? Grotesk oder Antiqua? Tradition oder Moderne?
Das waren, oberflächliche betrachtet, die Streitpunkte zwischen den beiden Gestaltern Max Bill und Jan Tschichold bei ihrer Auseinandersetzung 1946.
Doch eigentlich ging es um viel mehr: um die Verantwortung des Gestalters im Hinblick auf Politik und Gesellschaft. Will man sie weiterentwickeln oder sich ihr anpassen, Trends setzen oder dem vorherrschenden Geschmack folgen?
Gerade ein Jahr nach dem Ende des zweiten Weltkriegs waren diese Fragen besonders aktuell.
Hans Rudolf Bosshard dokumentiert in »Der Typografiestreit der Moderne« die beiden Positionen anhand von Originaltexten und versieht sie mit einer erläuternden Einleitung sowie Fußnoten bei Stellen oder Anspielungen, die heute nicht mehr ohne weiteres verstanden werden.
Viele Abbildungen helfen zusätzlich beim Verständnis.
Ein interessantes Buch zu einem nach wie vor wichtigen Grundthema – allerdings sollte man, trotz der Einleitung, solide typografische und zeitgeschichtliche Grundkenntnisse haben.
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